Allianz Stiftungsforum Pariser Platz
click to remove!
Schrift vergrössernSchrift verkleinernSeite drucken
Bereits zum zweiten Mal folgte einer der bekanntesten Sänger in Deutschland, Max Raabe, einer Einladung ins Allianz Forum. Und auch zum zweiten Mal widmete sich die Veranstaltungsreihe Pariser Platz der Kulturen einem Komponisten, dessen Lieder zwar fast jeder kennt, den Namen dahinter dagegen kaum jemand.

Berlin, 12.05.2015
  Illustratives Bild
Am 12. Mai 2015 lud das Allianz Forum zum 45. Pariser Platz der Kulturen ein – eine Veranstaltung, die mit Liedern des jüdischen Komponisten Walter Jurmann an das Ende des Zweiten Weltkriegs und der Herrschaft der Nationalsozialisten erinnern sollte, die den Komponisten aus Deutschland vertrieben hatten. Max Raabe – selbst bekennender Jurmann-Verehrer - sprach zu Beginn des Abends mit Regine Lorenz, Leiterin des Allianz Stiftungsforums und Initiatorin der Veranstaltung, über sein Verhältnis zu Walter Jurmann, dessen Lieder er im Anschluss an das Interview, begleitet von Christoph Israel am Flügel, n auf der Bühne des Allianz Forums präsentierte.
Der Abend war zugleich auch der Witwe Yvonne Jurmann gewidmet, die im Mai 90 Jahre alt geworden ist und extra aus Los Angeles eingeflogen kam, um die Ehrung des Lebenswerks ihres 1971 verstorbenen Mannes hier in Berlin mitzuerleben.
Walter Jurmann war ein Künstler, dessen Musik die zwanziger und dreißiger Jahre wie keine andere prägte. Auf die Frage, warum kaum jemand die Person kennt, die sich hinter Kompositionen wie „Veronika, der Lenz ist da“ verbirgt, lieferte Max Raabe die Antwort: „Sein Name war ihm nicht wichtig, er lebte fern jeder Eitelkeit nur in seiner Musik.“ Auch Raabe selbst habe erst nach und nach festgestellt, dass er viele Stücke Jurmanns in seinem Programm hat. Er verdanke diesem Komponisten sehr viel: „Ein Mann, der so viele Stücke für mich geschrieben hat – ohne mich zu kennen, natürlich!“
Jurmanns Werke charaktersiert Raabe als „zeitlos“. Neben unterhaltendem Schlager und Pariser Chansons umfasst sein Repertoire auch amerikanischen Jazz und Pop. Seine musikalische Vielfalt spiegelt sich in seiner Lebensgeschichte wider. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft war Jurmann gezwungen, 1933 nach Frankreich zu emigrieren. Es zog ihn weiter nach Hollywood, wo er erfolgreich Filmmusiken komponierte. Das Leben in unterschiedlichen Ländern verlieh Jurmann die Gabe, sich in die verschiedensten Musikwelten einzufühlen: „Er ist wie seine Musik“, sagte Jurmanns Frau einmal in einem Interview.
Dass es in Jurmanns Werk viel zu entdecken gibt, konnte das Publikum während des einstündigen Konzerts von Max Raabe und Christoph Israel selbst erleben. Neben dem Schlagerklassiker „Veronika, der Lenz ist da“, durften auch Stücke wie „San Francisco“, „Ein spanischer Tango“ und „Was weißt du, wie ich verliebt bin“ nicht fehlen.

Schrift vergrössernSchrift verkleinernSeite drucken