Allianz Stiftungsforum Pariser Platz
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Der bedeutendste Regisseur des Neuen Deutschen Films, Rainer Werner Fassbinder, wäre am 31. Mai dieses Jahres 70 Jahre alt geworden. In nur 14 Jahren drehte er 44 Filme und starb 1982 mit nur 37 Jahren. Beim 46. Pariser Platz der Kulturen erinnerten Hanna Schygulla, Günter Lamprecht und Juliane Lorenz, langjährige künstlerische Wegbegleiter, an den außergewöhnlichen Filmemacher und erzählten einige Anekdoten aus seinem Leben.

Berlin, 04.06.2015
  Illustratives Bild
Hanna Schygulla, die Rainer Werner Fassbinder auf der Schauspielschule kennenlernte und daraufhin in fast allen Filmen Fassbinders zu sehen war, las zunächst zwei Kurzgeschichten aus Fassbinders früh verfasstem Buch „Im Land des Apfelbaums“. Daraufhin rezitierte sie ein gleichnamiges Gedicht Fassbinders. Beim anschließenden Gespräch mit Knut Elstermann, Filmkritiker und Journalist, erzählte sie, wie ihr erster Eindruck Fassbinders war, als sie ihn auf der Schauspielschule das erste Mal traf. Schüchtern sei er gewesen, gleichzeitig hätte er eine magnetische Anziehungskraft gehabt, die sein ganzes Umfeld in Bann zog.
Auch Günter Lamprecht konnte von der langjährigen intensiven Zusammenarbeit berichten. Lamprecht spielte 1979 in „Die Ehe der Maria Braun“ und anschließend verkörperte er Franz Biberkopf in „Berlin Alexanderplatz“. Lamprecht und auch Schygulla erzählten, dass die Arbeit mit Fassbinder so intensiv gewesen sei, dass sie beide zwischendurch eine Auszeit gebraucht hätten. Juliane Lorenz, Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation, schnitt einige seiner großen Filme und lebte mit Fassbinder in seinen letzten Jahren zusammen. Auch sie berichtete von der Zeit mit Fassbinder und der Intensität seiner Arbeit.
Dass Rainer Werner Fassbinder den Deutschen Film wie kein zweiter geprägt hat und als außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeit trotz seines frühen Tods vor 33 Jahren noch in vielen Köpfen sehr lebendig ist, zeigte der große Andrang im Allianz Forum an diesem Abend. Gespannt lauschten die zahlreichen Zuschauer der Lesung Schygullas und dem anschließenden Gespräch, das den Gästen der Veranstaltung den Menschen Rainer Werner Fassbinder näher brachte. Beim Empfang kamen dann auch die Zuschauer mit den Weggefährten Fassbinders ins Gespräch und es wurden viele Autogrammwünsche erfüllt.

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