Allianz Stiftungsforum Pariser Platz
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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – inwiefern dieser Leitsatz auch heute noch Gültigkeit für die Gestaltung von Erziehungs-, Bildungs- und Arbeitsprozessen beansprucht, wurde im Rahmen des 4. „Forum Bildung und Zivilgesellschaft“ am 09. März 2015 im Allianz Forum diskutiert.

Berlin, 09.03.2015
  Illustratives Bild
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie es eigentlich um die Kultur des gegenseitigen Vertrauens in unserem Land bestellt ist?
Bereits in seinem Eingangsstatement verdeutlichte Prof. Dr. Gerald Hüther, dass Menschen, die sich selbst als Objekt ständiger Bewertungs-, Evaluations- und Kontrollmaßnahmen erleben, aussteigen und ihre angeborene Lust am eigenen Entdecken und Gestalten verlieren. Schnell wurde klar: Vertrauen ist für die Entfaltung individueller und gemeinschaftlicher Potenziale elementar.
Ein bemerkenswertes Beispiel für eine auf Vertrauen basierende Zusammenarbeit illustrierten Albert Schmitt, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, und Mark Scheibe, Pianist, Komponist und Sänger. Im Rahmen des gemeinsamen Projekts „Melodie des Lebens“ entsteht aus den Gedanken und Gefühlen von Schülern und Schülerinnen der Gesamtschule Bremen-Ost eine Show über die Höhen und Tiefen, Chancen und Risiken des Lebens. Diese Kooperation hat zu erstaunlichen Entwicklungen bei den Schülern geführt und in der Bildungslandschaft im sprichwörtlichen Sinn Schule gemacht.
Welche Bedeutung der Aufbau einer Vertrauenskultur für ein großes Unternehmen wie das der Deutschen Bahn hat, veranschaulichte Personalvorstand Ulrich Weber: Sein Ziel ist die Wiederherstellung eines Gemeinschaftsgefühls innerhalb des Konzerns – Vertrauen  in die Mitarbeiter ist dabei ein wichtiger Faktor.
Neben der aufschlussreichen Diskussion stand die Verleihung des „Primus-Preises“ auf der Agenda. Damit werden kleine, zivilgesellschaftliche Initiativen ausgezeichnet, die auf vorbildliche Weise konkrete Herausforderungen im Bildungsalltag von Kindern und Jugendlichen aufgreifen. Der Preis ging an das Projekt „Lehrer im Wohnzimmer“  der Nina.Dieckmann-Stiftung.
Am Ende der Veranstaltung war das Publikum aufgefordert, den Teilnehmern – egal, ob auf der Bühne oder im Zuhörersaal – Vertrauen entgegenzubringen. Mark Scheibe rief alle dazu auf, ein im Laufe der Veranstaltung komponiertes Lied, mitzusingen und mit Leben zu füllen. Anstatt peinlicher Berührung zeigten alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen helle Begeisterung: Das Allianz Forum entfaltete an diesem Abend ein ganz neues Potenzial.

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