Allianz Stiftungsforum Pariser Platz
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Europa muss auf vielen Ebenen zusammenwachsen, so auch auf der Ebene der Zivilgesellschaft. Was Verbände, Institutionen u.a. dazu beitragen können, wurde im Rahmen des 5. „Forum Bildung und Zivilgesellschaft“ am 15. September 2015 im Allianz Forum diskutiert.

Berlin, 15.09.2015
  Illustratives Bild
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Thema Zivilgesellschaft. Der Blick ging dabei in dieser Reihe erstmals über die eigenen Landesgrenzen hinaus. Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation in Europa war dies zweifelsohne ein höchst aktuelles Thema.
Regine Lorenz (Leiterin des Allianz Stiftungsforums) eröffnete die Veranstaltung und übergab das Wort an Herzog Leopold von Arenberg (Vorstandsvorsitzender der Arenberg Stiftung), der in seinem Grußwort klarmachte, dass effiziente Hilfe nur aus einer Position der Stärke möglich ist. Darüber hinaus machte er darauf aufmerksam, dass man bei grenzüberschreitender Hilfe zünächst den zu unterstützenden Personen zuhören müsse, um deren konkrete Bedürfnisse zu erfahren.
Zu Beginn der von Tanja Samrotzki moderierten Podiumsdiskussion skizierten Prof. Dr. Arnd Bauerkämper (Freie Universität Berlin) und Gerald Häfner (Mitglied des Europaparlaments / ehemaliges Mitglied des Bundestages) die historische Entwicklung der Zivilgesellschaft, die nach Herrn Bauerkämpers Meinung in Wellen verlief. So wird in der Forschung oft die Kampagne gegen die Sklaverei als Grundstein der Zivilgesellschaft gesehen. Gerald Häfner hingegen machte deutlich, wie sehr sich die Zivilgesellschaft in den letzten 100 Jahren gewandelt habe. So machte zivilgesellschaftliches Engagement zu Beginn des 20. Jahrhundert noch an Grenzen halt, wobei Gerald Häfner auch die Integration der osteuropäischen Staaten nach 1990 als Errungenschaft der Zivilgesellschaft wertete.
 Frau Dr. Rita Süssmuth (Bundestagspräsidentin a.D., Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung) berichtete, dass sie in ihrer Karriere drohende politische Niederlagen mit Hilfe der Zivilgesellschaft in Erfolge umwandeln konnte, da deren Akteure oft hilfreichen Druck auf die Entscheider der Institutionen ausüben konnten. Herr Dr. Frank W. Heuberger (Beauftragter des Sprecherrates des Bundesnetztwerk Bürgerschaftliches Engagement BBE für europäische Angelegenheiten) machte mit Blick auf die Zivilgesellschaft in Europa jedoch klar, dass es den zivilgesellschaftlichen Kräften oft an Einfluss fehlt.
Mit konkreten Beispielen aus seiner langjährigen Arbeit mit Romafamilien in Rumänien spannte Pater Georg Sporschill SJ (Verein ELIJAH) den Bogen von Brüssel zu den notleidenden Menschen, da nach seiner Meinung der direkte Kontakt zu den Betroffenen der einzige Weg sei, um wirkliches Interesse für die Problematiken der Menschen zu schaffen. In Bezug auf seine Arbeit mit den Menschen in Rumänien sagte er, dass man mit und nicht über die Roma reden müsse.
Fazit der Veranstaltung war, dass es zwar eine europäische Zivilgesellschaft gibt, jedoch Entscheidungsprozesse in Brüssel/Europa oft nicht klar geregelt sind und es dadurch oft an Einfluss auf die Politik fehlt. Auch wenn Verständigungsprozesse nicht optimal laufen und nationale Egoismen überwiegen können, so sahen einige der Teilnehmer, dass gerade Situationen der Überforderung wie beispielsweise die augenblickliche Flüchtlingsproblematik auch eine Chance für die Zivilgesellschaft sein können.
Herr Dr. Volker Meyer-Guckel (stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft) fasste in seiner Verabschiedung die wichtigsten Punkte der Podiumsdiskussion zusammen und bedanke sich bei allen Beteiligten sowie den Gästen
Kooperationspartner der Veranstaltung waren:

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