Allianz Stiftungsforum Pariser Platz
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„Wenn du dich über russische Politik äußerst, wirst du Probleme bekommen. Und wenn du dich nicht äußerst, auch.“ So zitiert die Tochter des ermordeten russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow ihren Vater bei der 9. Berliner Rede zur Freiheit am 27.05.2015 im Allianz Forum, organisiert von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Die 30-jährige Wirtschaftsjournalistin berichtete dabei unerschrocken von der Propaganda des Kremls gegen den Westen und gegen Oppositionelle.

Berlin, 27.05.2015
  Illustratives Bild
Zuvor hatte Birgit Grundmann, Vorstandsbevollmächtigte der Allianz Deutschland AG, begrüßt und sich froh darüber gezeigt, dass eine solche Veranstaltung im Allianz Forum am Brandenburger Tor stattfindet. Wolfgang Gerhardt, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung, nutzte seine begrüßenden Worte dafür, vor sogenannten „Russland-Verstehern“ zu warnen und beschrieb die jüngste Entwicklung in der russischen Politik.
Im anschließenden Gespräch mit dem stellvertretenden Präsidenten des Europäischen Parlaments Alexander Graf Lambsdorff, erläuterte Zhanna Nemzowa genauer, wie die Propaganda des Kremls funktioniert. Oppositionelle wie sie selbst werden als „nationale Verräter“ dargestellt um sie unter Druck zu setzen. Auch die wirtschaftlich schlechte Lage Russlands kann nichts daran ändern, dass immerhin 86% der russischen Bevölkerung mit Putin zufrieden sind. Sie machte deutlich, dass kein linearer Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Lage und der Zufriedenheit mit der Regierung in Russland bestehe. Daher seien die westlichen Sanktionen nicht besonders effektiv.
Das bis auf den letzten Platz besetzte Allianz Forum zeigte sich sichtlich beeindruckt von dem Mut der jungen Frau, trotz allen Drucks ihre öffentliche Kritik an Putin und seiner Politik fortzuführen. Nach der Frage auf ihre Zukunftsperspektiven zuckt sie nur mit den Schultern: „Der Kampf um die Freiheit für Russland ist kein Sprint, sondern ein Marathonlauf.“

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