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Berlin, 14.04.2015
  Illustratives Bild
Cyborgs, Cyberkriminalität und Cyber-Physical-Systems – einige wenige Begriffe, die unsere Gesellschaft von heute prägen. Die Digitalisierung führt zu Veränderungen in allen Lebensbereichen, nicht nur in der Wirtschaft. Aus diesem Grund, greift die Stiftungswoche das Thema der digitalen Transformation dort auf, wo sie längst angekommen ist: in der Mitte der Gesellschaft. Der Auftakt der Stiftungswoche 2015 fand am 14. April im Allianz Forum statt.
Für die einen ist es noch Neuland, für die anderen längst Alltag. Doch spätestens jetzt ist nicht mehr von der Hand zu weisen, dass die Digitalisierung unsere Gesellschaft grundlegend verändern wird. Wie weit diese Transformation greift und vor welchen Chancen und Risiken wir stehen, ist das Schwerpunktthema der diesjährigen Stiftungswoche: „Vom Digitalen Leben in der analogen Welt“. Das Fish-Bowl Format der Auftaktveranstaltung erzeugte dabei eine besonders spannende Diskussion: Ein freier Stuhl in der Runde bot dem Publikum die Möglichkeit, sich aktiv in die Diskussion einzubringen.
Unter dem Aspekt „Sicherheit“  debattierten zunächst der Politiker Malte Spitz (Bündnis 90/Die Grünen), der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Dr. Alexander Dix sowie der Berliner Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Bodo Pfalzgraf unter Einbindung des Publikums das Für und Wider von Datensammlung und deren Auswertung. Als Konsens bildete sich heraus, dass Datenschutz und Datensicherheit eine Gestaltungsaufgabe der Politik sei und Bürger für diese Themen stärker sensibilisiert werden müssen. Am Ende blieb offen, wie sich das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung mit der technischen Entwicklung vereinbaren lässt.
Einen weiteres Thema der Diskussion um Digitalisierung stellte Bildung dar: Wie können Schulen und andere Bildungseinrichtungen unsere Kinder auf die Herausforderungen der digitalen Transformation optimal vorbereiten? Dazu tauschten sich Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Christian Hanke, Referendar am Otto-Nagel-Gymnasium und Julian Kulasza, Medienpädagoge mezen Berlin-Pankow zusammen mit dem Publikum aus. Schnell stellte sich heraus, dass digitale Bildung weitaus mehr bedeutet als die Ausstattung von Bildungseinrichtungen mit technischer Infrastruktur. Schulen müssen es schaffen, an die Lebenswelten der Jugendlichen anzuknüpfen, die schon längst nicht mehr zwischen Offline- und Online-Welten unterscheiden. Notwendig sei dabei eine digitale Ausbildung der Lehrkräfte und eine Neuausrichtung der schulischen Curricula. Auch Stiftungen können in diesem Bereich durch Leuchtturmprojekte und die Entwicklung neuer Lernmethoden einen Beitrag leisten, dass Medienwelten auch in der Schule als Lebenswelten verstanden werden.
Den letzten Schwerpunkt der Veranstaltung stellte die Kultur und hier vor allem der Bereich Musik dar, die gleichermaßen vor neuen Herausforderungen steht. Berlin als Hot Spot elektronischer Musik bot Anlass, insbesondere Veränderungen in der Musiklandschaft ins Auge zu fassen. Zu den neuen Vertriebs- und Finanzierungsstrukturen und deren Konsequenzen diskutierten Katja Lucker, Geschäftsführerin musicboard Berlin, Christian Naujoks, Komponist und DJ sowie Alec Empire, Produzent, Komponist und DJ. Einstimmig wurde festgestellt, dass geistiges Eigentum ein schützenswertes Gut darstelle und das Urheberrecht auch in der digitalen Welt Gültigkeitsanspruch besitzen sollte. Sonst bestünde die Gefahr, dass Digitalisierung die Kultur zum Stillstand führt.

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