Allianz Stiftungsforum Pariser Platz
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Wolfgang Ischinger sprach im Rahmen der 10. Hauptstadt-Rede zum Thema "Berlin und wir - was wir von der Hauptstadt erwarten - gestiegene Erwartungen: Die Berliner Republik und ihre internationale Handlungsfähigkeit"

Berlin, 26.09.2013
  Illustratives Bild
Am 26. September 2013 lud das Allianz Stiftungsforum und die Stiftung Zukunft Berlin zur jährlichen Veranstaltung „Hauptstadt-Reden“ ins Allianz Forum am Pariser Platz ein.  Dieses Jahr war der Festredner Wolfgang Ischinger, Generalbevollmächtigter der Allianz SE für politische Beziehungen und Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. Seine Ansprache mit dem Titel: „Gestiegene Erwartungen: Die Berliner Republik und ihre internationale Handlungsfähigkeit“ hielt was sie versprach. Rund 200 ausgewählte Gäste folgten gebannt seinen Ausführungen.
Zu Beginn betonte Herr Ischinger, dass es historisch bedingt keinen besseren Ort gäbe, solch eine Rede zu halten. Diese Stadt sei wie keine andere, ein Symbol für die Fehler der Vergangenheit und die Hoffnungen für die Zukunft. Er selbst habe sehr hohe Erwartungen an Berlin, welches gleichbedeutend mit seinen Erwartungen an die Bundesrepublik Deutschland sei.
Gleichzeitig kritisierte Herr Ischinger, dass Deutschland in ökonomischer Sicht zwar eine bedeutende Macht in Europa sei, jedoch in der Bewältigung außenpolitischer Konflikte zu wenig Einfluss nehme. Dabei wären gerade diesbezüglich die Erwartungen aus dem Ausland an Deutschland wesentlich höher. Die Bundesrepublik müsse hier deutlich mehr an Verantwortung übernehmen. Das Problem der Deutschen sei jedoch, dass es in ihrer Mentalität sei, vielmehr in ihrem „status quo“ zu verweilen. Diese Tendenz bestünde schon seit 1990. Herr Ischinger appellierte deshalb – insbesondere auch an die neu gewählte Regierung in Berlin – diese Haltung abzulegen. Er schlug das Motto „embracing change“ vor, welches jeder Deutsche sich zu Eigen machen sollte.
Das Ziel solle sein, dass Deutschland eine Führungsrolle übernehme und die europäische Integration vorantreibe. Vor allem sei erforderlich, dass die EU-Staaten dabei Hand in Hand zusammenarbeiten und ihre Organisation optimieren. Hierbei verwendete er die passende Metapher der „Fahrradtheorie“. Demnach sei die Europäisches Union als Fahrrad zu verstehen, welches von den einzelnen nationalen Staaten gefahren wird. Träte keiner in die Pedalen, so fiele das Fahrrad um. Die entscheidende Frage hierbei sei jedoch, in welche Richtung das Fahrrad fahre.
Des Weiteren gab Herr Ischinger zu verstehen, dass er enttäuscht darüber gewesen sei, dass im diesjährigen Wahlkampf auf die Belange der Europäischen Union kaum eingegangen worden sei. Dies sei ein Indiz dafür, dass es dem deutschen Bürger an einem europäischen Bewusstsein mangele. Doch gerade dieses hätte in diesem Rahmen geweckt werden können. Beispielsweise führte er an, dass es doch unverständlich sei, dass eine lebhafte Diskussion um eine mögliche Maut entfacht worden ist, jedoch der Konflikt um Syrien kaum thematisiert worden ist.
Anschließend diskutierten DIeter Stolte und Klaus Bresser mit Wolfgang Ischinger über die Erwartungen der Europäer an die Berliner Hauptstadt.
Danach gab es bei einem Empfang im Staffelgeschoss des Allianz Formus die Möglichkeit mit Herrn Ischinger ins Gespräch zu kommen.

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