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Berlin, 20.04.2015
  Illustratives Bild
Am 20.04.2015 fand im Rahmen der Berliner Stiftungswoche eine Podiumsdiskussion der Stiftung Allianz für Kinder statt. Prominentester Gast auf dem Podium war Anna Schaffelhuber, fünffache Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics 2014 in Sotschi und fünffache Gesamtweltcup-Siegerin. Sie diskutierte mit Frank Eichholt, Leiter des DOSB-Projektes LinaS (Lingen integriert natürlich alle Sportler), Henry John, Sportlehrer an der Toulouse-Lautrec-Schule für Körperbehinderte, und Klaas Brose, Geschäftsführer des Behindertensportverbandes. Dr. Markus Nitsche, Vorstand der Stiftung Allianz für Kinder, moderierte die Diskussion.
Anna Schaffelhuber gehört mit ihren 22 Jahren zu den absoluten Spitzensportlern. Sie erzählte, dass sie als Kind mit dem Skisport begann, da ihre Brüder begeisterte Skiläufer waren und diese Begeisterung auf sie übersprang. Möglichkeiten gab es für sie ausreichend vor Ort und sie empfand es als völlig selbstverständlich, dass sie diesen Sport genau wie ihre Brüder betreiben konnte. Frank Eichholt berichtete, dass der Weg allerdings nicht für alle Kinder so einfach sei.  Er startete das Projekt „LinaS“, weil Familien, die zuvor in mehr als 10 Sportvereinen eine Ablehnung auf ihre Bitte um Aufnahme des behinderten Kindes erhalten hatten, auf ihn zukamen und nach entsprechenden Angeboten fragten. Oft fehle es aber an Infrastruktur. Dank „LinaS“ konnten mittlerweile über 400 aktive Sportler ein entsprechendes Angebot finden.
Henry John berichtete von seinen Erfahrungen mit Rollstuhlbasketball. Oft stellten gesunde Kinder fest, dass Rollstuhlbasketball einer ganz anderen Technik bedarf als der herkömmliche Sport und beim gemeinsamen Spiel in den Schulen seien dann die Kinder mit Behinderung die Profis in dieser Disziplin und könnten den anderen helfen. Seine Vision sei es, dass Rollstuhlbasketball irgendwann eine gleichberechtigte Anerkennung erfahre wie jede andere Sportart auch und der Rollstuhl in dieser Disziplin dann als normales Sportgerät gelte.
Auch Klaas Brose berichtete davon, dass Kinder und Jugendliche immer wieder überrascht und neugierig seien, wenn man ihnen zeigen würde, wie Menschen mit Behinderung Sport treiben können und ihnen zeigt, wie ein Hilfsmittel wie beispielsweise der Rollstuhl einzusetzen ist. Klaas Brose ist davon überzeugt, dass Sport die Welt verändern kann und deswegen auch die Kraft hat, Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung näher zusammenzubringen.
Die Runde war sich darüber einig, dass der Behindertensport und das Thema Inklusion derzeit deutlich an Popularität gewinnt. Anna Schaffelhuber bestätigte, dass sich die Medienpräsenz in den letzten fünf Jahren deutlich gesteigert hätte. Dennoch sei noch einiges zu tun, um das Thema Inklusion in den Köpfen der Menschen zu verankern. Die Podiumsdiskussion im Allianz Forum wollte genau dazu einen Beitrag leisten.

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